Home arrow Der 'Normalbetrieb'
Webseite der Kampagne "AKW Brunsbüttel stilllegen - jetzt! Laufzeitverlängerungen verhindern!"
Auswahlmenu
Home
Hintergrund: Das AKW Brunsbüttel
Der 'Normalbetrieb'
Laufzeitverlängerung
Was tun?
Das Bündnis
Brunsbüttler-Erklärung
ZwiLa-Klage
Spenden
Archiv
Presse
Links
E-Mailkontakt
Kontakt/Impressum

Für die sofortige
Stilllegung:
Brunsbüttel-Erklärung


Postkarten-Aktion



ATOMAUSSTIEG
in 5 Minuten!
 Mittwoch, 8. September 2010
Gesundheitlichen Auswirkungen des sog. AKW-Normalbetriebes

Die Gefahren eines AKW-Unfalls wird, trotz Manipulation der öffentlichen Meinung, von vielen Menschen wahrgenommen. Die Gefahren des sog. Normalbetriebes der AKWs – auch ohne Störfälle - finden dagegen kaum Beachtung.

Die Weltgesundheitsorganisation warnte bereits 1997: „allein in Deutschland erkrankt jeder Dritte in seinem Leben an Krebs. Dieses soll sich in den nächsten 25 Jahren mindestens verdoppeln. Und knapp die Hälfte aller Todesfälle werden schon jetzt durch chronische Erkrankungen verursacht“.

Was uns aber von der Weltgesundheitsorganisation nicht gesagt wird: Wie viel davon hat die Freisetzung von menschengemachter radioaktiver Strahlung mit diesem katastrophalen Gesundheitszustand unserer Bevölkerung zu tun?! Auch darf uns die WHO dieses gar nicht sagen: sie ist im Falle von Radioaktivität gesetzlich an die Internationale Atomaufsichtsbehörde gebunden, d.h. darf nur veröffentlichen, wenn ihre Aussagen mit dieser Behörde im Konsens stehen.

Auf der Webseite der Internationalen Ärztevereinigung gegen den Atomkrieg (IPPNW) könnt Ihr Studien nachlesen, die z.B. besagen, dass Kinder, die in einem 5 km-Radius um AKWs leben, zu ca. 50 % öfter an Krebs erkranken und zu ca. 75 % öfter an Blutkrebs, als Kinder, die dort nicht leben. Spätestens seit Tschernobyl weiß man, dass Strontium-90 sich in Knochen anreichert, wo es u.a. das Knochenmark bestrahlt. Das ist dort, wo die roten und weißen Blutkörperchen entstehen. Im Körper eingelagertes Strontium führt kann zu Immunschwäche und kann zu Blutkrebs und anderen Erkrankungen führen. Laut Atomindustrie wird aber kein Strontium-90 aus AKWs freigesetzt. Sie erzählen uns nicht, dass das radioaktive Edelgas Krypton-90 in großen Mengen aus AKWs unkontrolliert freigesetzt wird und dann in nur 3 ½ Stunden zu Strontium-90 zerfällt. Filter können Edelgase nicht stoppen! Aus Gesundheitsstatistiken der USA kann ersehen werden, dass sobald ein AKW in Betrieb genommen wurde, in der Region und besonders in der am häufigsten vorkommenden Windrichtung, Krankheiten mit kurzer zeitlicher Verzögerung um ca. 30 % anstiegen. Ein Zurückgang der Krankheitshäufung wurde beobachtet, nachdem Anlagen wieder außer Betrieb genommen wurden. Unabhängige Wissenschaftler des amerikanischen „Radiation and Public Health Project“ haben 1000de von Milchzähnen der Kinder auf Strontium-90 hin untersucht und festgestellt, dass es einen eindeutigen Zusammenhang des Strontium-Gehaltes in Zähnen zur Wohnortsnähe von Atomanlagen gibt. Auch die Milch der Kühe auf Weiden in der Nähe von Atomanlagen ist entsprechend stärker belastet. So darf heute auch seit Änderung der deutschen Strahlenschutzverordnung von 2001 das beim AKW-Betrieb anfallende radioaktive Tritium in riesigen Mengen in die Flüsse und ins Grundwasser abgelassen werden. Auch würde das AKW Brunsbüttel bis auf den hochradioaktiven Kern nach der Stilllegung, bzw. dem Abriss, auf einer normalen Hausmülldeponie landen. Dieses sind Beispiele, wie heute die ungelöste Frage der radioaktiven Abfalllagerung gehandhabt wird. Grenzwertgesetze werden einfach geändert wenn’s zu teuer wird. Hauptsache das Atomprogramm läuft weiter. Von Anfang an wurde die Atomenergie staatlich subventioniert und der Bevölkerung als angeblich billigste Energieform verkauft.

Nun Fragen sich natürlich viele: Wenn diese Informationen wirklich so der Realität entsprechen sollten, warum bzw. welches Interesse veranlasst die Regierungen weltweit der Atomindustrie soviel Macht zu gewähren, wenn es doch gleichzeitig so selbstmörderisch ist?!

Hier muss immer wieder der Zusammenhang zwischen der zivilen und der militärischen Nutzung, zwischen Atomenergie und Atombombe aufgezeigt werden. Ohne AKWs würde es kein waffenfähiges Plutonium geben. Die Notwendigkeit von Brennstäben für AKWs verdeckt auch die Produktion von atomwaffenfähigem Uran. Hier möchte ich nur in Erinnerung holen, dass es sich bei dem Atombombenabwurf auf die japanische Stadt Hiroshima um eine Atombombe mit Uran handelte, während es auf Nagasaki eine Atombombe mit Plutonium war. Die meisten Atomwaffenstaaten, aber auch Nichtatomwaffenstaaten haben aus sogenanntem nationalem Sicherheitsinteresse diesen Zusammenhang immer geleugnet. Jedes Land, welches Interesse an der Entwicklung eigener Atombomben hat, wird sich für Atomenergie entscheiden müssen. Obwohl die Menschen sich weltweit gegen die zerstörerische Kraft von Atomwaffen aussprechen und deren Abschaffung fordern, wurde mit der Schaffung der westlich ausgerichteten Internationalen Atomaufsichtsbehörde über Inspektionen zumindest eine Kontrolle über weitere Länder, die sich dem sog. friedlichem Atomprogramm neu zuwenden, erreicht. Mit der Existenz von Atomwaffen existiert die anhaltende Drohung eines jederzeit möglichen Atomkrieges. Diese Drohung hält das heutige ungerechte und ausbeuterische Weltwirtschaftssystem aufrecht.

Deutschland beteiligt sich an dieser Drohung mit der Stationierung von US-Atombomben auf deutschem Boden, die etwa 750 Hiroshima Bomben entsprechen. Die BRD forschte u.a. auch in der Nähe von Hamburg im Geheimen in der Forschungsanlage GKSS bei Geestacht erfolgreich an der Entwicklung deutscher Atombomben. Ein Unfall vor 20 Jahren führte dazu, dass die Orte in unmittelbarer Nachbarschaft heute bei Kindern die höchste Leukämierate der Welt für sog. unbelastete Regionen aufweisen. Jetzt gerade im Oktober ist ein weiteres erkranktes Kind in Geesthacht bekannt geworden. Die von der dortigen Bürgerinitiative erbrachten erdrückenden Beweise eines direkten Zusammenhanges der Krankheiten mit der geheimen Forschung wird und muss von offizieller Seite weiter geleugnet werden. Auch Deutschland will sich illegal die Option für eigene Atombomben aufrechterhalten.

Der Kampf gegen Atomenergie ist damit auch ein Kampf gegen Atomwaffen und umgekehrt!

Dieser Text wurde in Form einer Rede von Marion Küpker, Internationale Koordinatorin gegen Atom- und Uranwaffen der GAAA und DFG-VK auf der Kundgebung am 04.11.2006 vor dem AKW Brunsbüttel gehalten.